- Anstieg der Risikovorsorge belastet das Konzernergebnis des ersten Halbjahres 2009 deutlich
- Bank setzt Umbau und Restrukturierung fort
- Positive Entwicklung im Nettozinsergebnis: Anstieg um 14,5 % auf EUR 389,8 Mio.
- Provisionsüberschuss auf solidem Niveau.
- Optimierungsmaßnahmen greifen: Abnahme Bilanzsumme um 3,7 % auf EUR 41,7 Mrd., Straffung der Standorte von 384 auf 376.
- Positives operatives Ergebnis konnte die negativen Effekte der Finanzmarktkrise, insbesondere durch gestiegene Kreditrisikovorsorgen, nicht auffangen; negatives Konzernperiodenergebnis EUR -162 Mio.
Die Hypo Group Alpe Adria hat das erste Halbjahr im operativen Geschäft erfolgreich absolviert. Die Bank konnte beim Nettozinsergebnis deutlich zulegen und – begleitet durch die positive Entwicklung des Finanzergebnisses – die Betriebserträge insgesamt kräftig steigern. Infolge des Kostenmanagements stiegen die Betriebsaufwendungen im ersten Halbjahr nur marginal. Zusammengefasst erreicht die Bank ein deutlich höheres Betriebsergebnis vor Risikovorsorgen. Gedämpft wurden diese Erfolge durch Belastungen aus der Wirtschaftskrise und Bereinigungen im Kredit- und Leasingportfolio. Insgesamt konnten die Erfolge im Markt die anhaltenden negativen Effekte nicht ausgleichen.
Franz Pinkl, seit Juni 2009 neuer Vorstandsvorsitzender der Hypo Group Alpe Adria: „Die Hypo Group Alpe Adria ist eine chancenreiche Bank, die über ein großes Maß an Motivation und Engagement verfügt, was mich durchaus zuversichtlich nach vorne schauen lässt. Gleichwohl liegt noch viel Arbeit vor uns. Mit unseren Erfolgen im operativen Geschäft des ersten Halbjahres zeigen wir nicht nur, dass wir erfolgreich am Markt agieren können, sondern auch, dass wir hart daran arbeiten, dem in uns gesetzten Vertrauen gerecht zu werden. Wir werden in den kommenden Monaten weiter unsere Portfolien bereinigen und Risiken abbauen. Der Rückenwind aus dem operativen Geschäft erleichtert uns diesen Weg.“
Pinkl sagte, er gehe nach wie vor von einem Anhalten der schwierigen wirtschaftlichen Situation in den wesentlichen Märkten aus. Gleichwohl seien erste, wenn auch noch schwache Signale für ein Ende der Rezession erkennbar. „Die für die Bank wesentlichen Märkte sind verzögert in die Rezession geraten, deshalb werden sie auch verzögert herauskommen. Aber sie werden herauskommen“, so Pinkl. Deshalb verfüge die Bank über interessante Perspektiven. Pinkl wörtlich: „Erstens ist die Bank in den richtigen Märkten aufgestellt. Nach der Krise haben unsere Kernregionen beste Aussichten, wieder wirtschaftliche Triebkräfte zu werden. Zweitens: Es gibt nur wenige Banken mit derart motivierten Mitarbeitern wie die Hypo Group Alpe Adria. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Asset. Drittens liegt die Kernkapitalquote Tier-1 der Bank zum Halbjahr bei 8,1 %.“
Umstrukturierungsmaßnahmen
Im ersten Halbjahr 2009 hat die Gruppe ein umfassendes Restrukturierungsprogramm beschlossen, dessen Ziel eine Konzentration des Zielmarktgebietes in der Alpen-Adria-Region und eine nachhaltige Senkung der Kostenbasis ist. In diesem Zusammenhang werden eine umfassende Anpassung der inneren Organisation sowie Effizienz steigernde Maßnahmen definiert. Das laufende Umstrukturierungsprojekt ist Teil des Umstrukturierungsplans der BayernLB und wurde sowohl den österreichischen Behörden als auch der Kommission der Europäischen Union vorgelegt. Das Umstrukturierungsprojekt hat einen Zeithorizont von fünf Jahren und befindet sich derzeit am Beginn der Umsetzungsphase.
Ergebnisentwicklung
Die Entwicklung im Bereich des operativen Kundengeschäfts war zufriedenstellend. Das Nettozinsergebnis konnte gegenüber dem bereits hohen Vergleichswert der Vorperiode (1.1.-30.6.2008) von EUR 340,3 Mio. auf EUR 389,8 Mio. nochmals deutlich gesteigert werden. Dies entspricht einem Anstieg um EUR 49,5 Mio. bzw. 14,5 %. Diese Entwicklung ist auf gestiegene Kundenmargen im Neu- und Bestandsgeschäft, auf das im Vergleich zur Vorjahresvergleichsperiode um rund EUR 3,6 Mrd. auf EUR 30,6 Mrd. gestiegene durchschnittliche Volumen an Kundenforderungen sowie auf die Kapitalmaßnahmen im vierten Quartal 2008 zurückzuführen.
Negativ auf das Zinsergebnis wirkten sich die Effekte der im vierten Quartal 2008 stattgefundenen Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank aus. Hier führten unterschiedliche Zinsanpassungstermine zu einer aufwandsmäßigen Erfassung und Abgrenzung dieser Effekte im Geschäftjahr 2008 in der Position Ergebnis aus Sicherungsgeschäften, die insgesamt EUR -44,1 Mio. betrug. Korrespondierend dazu ergab sich jedoch aus der Auflösung der zum 31. Dezember 2008 gebildeten Abgrenzungen ein positives Ergebnis aus Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) in Höhe von EUR 36,3 Mio.
Die Zuführungen zu Kreditrisikovorsorgen stiegen gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um EUR 190 Mio. (bzw. 119 %) auf EUR 349 Mio. Zurückzuführen war dies insbesondere auf hohe Vorsorgen im Leasingbereich in den Ländern Kroatien, Ukraine und Bulgarien, wobei die letzteren beiden Länder von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen sind. Im Bankbereich waren von dieser negativen Entwicklung vor allem die Cross-Border-Finanzierungsportfolien, welche von Österreich aus betrieben werden, betroffen.
Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich nur leicht um EUR 3 Mio. auf EUR 266 Mio. Darin kommt das konsequente Kostenmanagement zum Ausdruck.
Trotz eines Rückgangs der Provisionserträge im Wertpapier- und Girogeschäft infolge der Finanzkrise konnte das Provisionsergebnis durch den Anstieg der Provisionserträge im Kreditgeschäft im ersten Halbjahr 2009 mit EUR 60,2 Mio. konstant auf dem Niveau des Vorjahres (EUR 60,2 Mio.) gehalten werden.
Obwohl sich die gesamten Betriebserträge positiv entwickelt haben und Erfolge bei der Begrenzung der Betriebsaufwendungen erzielt werden konnten, musste in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2009 ein negatives Konzernergebnis in Höhe von EUR -162,1 Mio. ausgewiesen werden, das im Wesentlichen durch den starken Anstieg der Aufwendungen für Kreditrisikovorsorgen verursacht wurde.
Bilanzentwicklung
Die Bilanzsumme der Hypo Group Alpe Adria verringerte sich planmäßig gegenüber dem Jahresende 2008 von EUR 43,3 Mrd. auf EUR 41,7 Mrd. per 30. Juni 2009. Dieser Rückgang um EUR 1,6 Mrd. bzw. 3,7 % ist dabei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass bei einem konstant gehaltenen Volumen an Kundenforderungen die zum Vorjahr bestehende Liquidität durch die planmäßige Tilgung von Verbindlichkeiten abgebaut wurde. Die Anzahl der Standorte der Hypo Group Alpe Adria wurde von 384 auf 376 reduziert.
Ein rein volumenbasiertes quantitatives Wachstum, auf dem der Fokus in der Vergangenheit gelegen hat, wird – unabhängig von der Erholung der Finanzmärkte und der Volkswirtschaften in den Kernländern – künftig nicht mehr zur Geschäftsstrategie der Gruppe gehören. Die Bank wird ausschließlich profitabel wachsen. Unangemessene Risiken werden dabei nicht eingegangen.
Eigenmittel
Die gesamten anrechenbaren Eigenmittel gemäß österreichischem Bankwesengesetz (BWG) betrugen per 30. Juni 2009 EUR 3.943 Mio. (2008: EUR 4.173 Mio.). Das gesetzliche Mindesterfordernis lag bei EUR 2.668 Mio., dies entspricht einer Überdeckung von EUR 1.275 Mio. bzw. einem Deckungsgrad von 147,8 %. Die Tier 1-Ratio (bezogen auf das Kreditrisiko) betrug zum Stichtag 8,1 %.
Zum 30. Juni 2009 ergab sich somit eine Eigenmittelquote von 11,8 % (31. Dezember 2008: 11,9 %), die deutlich über der in Österreich gesetzlich vorgeschriebenen Mindestquote von 8,0 % lag.
Prognose für das zweite Halbjahr 2009
Hinsichtlich der Entwicklung des Gesamtergebnisses der Gruppe wird auf Basis der gesetzten Maßnahmen zur Ertragssteigerung im zinstragenden Geschäft sowie der restriktiveren Kostenvorgaben im Konzern mit einem klar positiven operativen Ergebnis vor Risikovorsorgen gerechnet. Wegen der möglichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Entwicklung der Risikovorsorgen erwartet der Vorstand jedoch für das Gesamtjahr 2009 ein negatives Konzernergebnis.
Die Bank wird in der zweiten Jahreshälfte 2009 – begleitend zu dem auf das Kreditrisiko gesetzten Schwerpunkt – auch alle erforderlichen Maßnahmen treffen, um den bereits begonnenen Umbau des Gesamtkonzerns sowie die Steigerung interner Effizienzoptimierungen weiter voranzutreiben und das Gesamtprojekt zur nachhaltigen Ertragssicherung zügig abzuschließen.
Der detaillierte Halbjahresfinanzbericht ist am Dienstag, dem 25. August 2009, ab 12:00 Uhr im Internet unter www.hypo-alpe-adria.com einzusehen.
Hypo Group Alpe Adria
Die Hypo Group Alpe Adria ist eine internationale Finanzgruppe mit rund 380 Bank- und Leasing-Standorten in 12 Ländern (Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Deutschland, Ungarn, Bulgarien, Mazedonien und der Ukraine), die auf eine über 110-jährige Geschichte zurückblickt. Die Konzerndachgesellschaft der Hypo Group Alpe Adria ist die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG mit Sitz in Klagenfurt (Österreich). Deren Eigentümer sind zu 67,08 % die BayernLB, zu 20,48 % die GRAWE-Gruppe, zu 12,42 % die Kärntner Landesholding und zu 0,02 % die Hypo Alpe-Adria Mitarbeiter Privatstiftung. Im Hypo Group Alpe Adria-Netzwerk sind derzeit rund 7.500 Mitarbeiter für über 1,3 Millionen Kunden tätig.
Leasing in der Hypo Group Alpe Adria
Das Leasinggeschäft in der Hypo Group Alpe Adria wurde 1990 mit der Eröffnung der ersten Leasinggesellschaft in Österreich begründet; weitere Töchter folgten in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Deutschland, Italien, Montenegro, Ungarn, Bulgarien, Mazedonien und der Ukraine. Die Hypo Group Alpe Adria Leasing beschäftigt derzeit an rund 80 Standorten rund 1.100 Mitarbeiter und betreut mehr als 83.000 Kunden. Sie wird im Rahmen eines Geschäftsbereichs in der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG gesteuert.
Klagenfurt, 25. August 2009:
Kontakt:
Hypo Alpe-Adria-Bank International AG
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Mag. Martina Uster
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